Wir - 2000 - Pamukkale (Türkei)Wir lebten 40 Jahre in der damaligen DDR, also die ganze Zeit ihrer Existenz und sind 1990/91 der Arbeit nachgezogen.

 

Bevor wir mehr über uns schreiben, noch eine kurze Bemerkung zu unseren Beiträgen hier. Wir werden diesen Beitrag voraussichtlich nicht oder nur noch sehr wenig aktualisieren, sondern ihn so anpassen, dass er nicht mehr aktualisiert zu werden braucht und Ergänzungen finden Sie dann unter "Aktuelles über uns", links im Menü.

Unsere Kindheit und Jugend nutzten wir zum Lernen für unser Leben und vieles Schöne und dies obwohl wir in der DDR lebten. Das klingt provokativ ist aber gar nicht so gemeint, sondern resultiert eher aus dem Bild, was heute überwiegend über die DDR - vor allem von vielen Medien - gezeichnet wird. Weil heute Vieles über die DDR sehr kontrovers und leider auch verzerrt dargestellt und diskutiert wird, haben wir hier - ehe wir wieder direkt zu uns kommen - einen kleinen Abschnitt mit unseren grundsätzlichen Erfahrungen in der DDR, zur Wende und zu unserer persönlichen Kurzbewertung der Situation heute in Deutschland und der Welt, eingefügt.

Wer ernsthaft den Versuch unternimmt, sich mit der Situation und dem Leben in der DDR auseinander zu setzen, muss zu dem Schluss kommen, dass 40 Jahre und 17 Millionen Lebenserfahrungen kein einheitliches, sondern ein sehr differenziertes Bild von der DDR zeichnen. Wir haben Grenzen und Probleme des Systems Sozialismus durchaus gekannt und gespürt, haben aber zum Glück seine negativen und restriktiven Aspekte nie sehr persönlich - unter die Haut gehend - zu spüren bekommen. So sind wir in der DDR aufgewachsen, haben unser persönliches Glück gefunden, eine Familie gegründet, uns bemüht, einen würdigen Platz im Beruf und der Gesellschaft ein zu nehmen, Urlaub gemacht, mit Freunden getroffen - kurz gesagt - den Alltag erlebt und mitgestaltet, uns mit der Realität arrangiert. So wurde die DDR unser Land, unsere Heimat und wir wollten natürlich mithelfen, sie zu verbessern, zu gestalten. Die Wende erlebten wir als das Eröffnen einer Chance, jetzt das besser machen zu können, wo wir bisher an Grenzen stießen. Dabei war das große Ziel, eine bessere, eine sozial faire Gesellschaft mit zu gestalten. Auf dem Wege dahin wurde im Prozess der Vereinigung beider deutschen Staaten Vieles, Tolles geleistet, was wir heute nicht mehr missen wollen. Gemessen an diesem großen Ziel, wurde diese Chance in der Realität aber nur teilweise genutzt. Und es gab und gibt durchaus eine Reihe gesellschaftlicher Aspekte, die wir in der DDR als besser gelöst empfanden (und es vielleicht auch waren?), als heute. Dabei muss berücksichtigt werden, dass Jeder diese Aspekte gemäß seinen individuellen Erfahrungen und seiner Persönlichkeit bewertet. - Hier liegt wohl auch die Hauptursache für heute noch vielfach bestehende Missverständnisse im Dialog der Bürger unseres Landes aus den ehemaligen beiden Teilen, im zu wenig zuhören, im zu wenig wechselseitigen Verstehen der persönlichen Lebensgeschichten.

Wir betrachten uns durchaus als Gewinner der Wende, unser Leben ist reicher, freier, offener, unbeschwerter - einfach lebenswerter - geworden. Das bedeutet zweifellos nicht, dass wir keine persönlichen Sorgen oder Probleme hätten oder mit der gesellschaftlichen Situation in Deutschland oder der Welt etwa zufrieden wären, aber wir sind uns sehr bewusst, dass es uns, verglichen mit der Situation unserer Welt und auch der unseres Landes, sehr gut geht. Und auch bei dem eingangs dargestellten großen gesellschaftlichen Ziel gibt es wahrlich keinen Grund zur Zufriedenheit.

Wir belassen diese Aussage in dieser Allgemeinheit, vielleicht vertiefen wir das Thema mal zu einem späteren Zeitpunkt?

Gerade haben wir damit begonnen, einen neuen Lebensabschnitt zu gestalten, das Leben nach dem Arbeitsleben, welches trotz vieler Ideen, Vorstellungen und noch unzureichend gelöster Fragen für uns persönlich auf gutem Niveau gesichert erscheint. So können wir uns deshalb wieder unserem gemeinsamen Lebenslauf chronologisch zuwenden.

1968 lernten wir uns in Prerow auf dem Darss an der Ostsee beim Tanzen kennen, heirateten 1970 und unser Lebensmittelpunkt war dann bis 1990, bzw. 91 Berlin (Ost). Hier gründeten wir auch unsere Familie mit unserem Sohn Karsten und unserer Tochter Kristin. Unsere Kinder und inzwischen auch 3 Enkelkinder sind unsere reichste und schönste Lebenserfahrung:

  • Karsten, Jahrgang 73, schloss seine Lehre als Schreiner/Tischler mit Abitur und Umschulung 1992 ab, zog nicht mehr mit uns nach München, sondern lebt seit 1990 an der Ostseeküste und ist seit Sommer 2003 mit der Zahntechnikmeisterin Daniela Lehr verheiratet (Kiesel-Zahntechnik). Er besuchte von 1998 bis 2000 erfolgreich die Meisterschule in München. Im Juli 2002 erblickte ihre erste Tochter Kira das Licht der Welt und seit Januar 2004 ist die Familie mit Kiana ein Quartett. Inzwischen lernen beide Mädchen fleißig in der Schule.
  • Kristin ("Tini"), Jahrgang 75, studierte von 1995 bis 2000 an der Technischen Universität in Berlin Kommunikationswissenschaften, verbrachte 1997/98 ein Studienjahr an der State University Montana in Bozeman (Wikipedia, deutsch) - USA und schloss dieses Studium erfolgreich mit dem Magister ab. Im Sommer 2000 heiratete sie den Berliner Physiker Tom Böttger, der bereits in der USA lebte und übersiedelte ebenfalls dorthin. Tini studierte nochmals, ebenfalls an der State University Montana und schloss ihr Graduate Studium mit dem "Master of Science in Applied Economics" mit sehr gutem Ergebnis ab. Im Mai 2002, zu Gabis Geburtstag - während wir in Bozeman waren - konnten wir recht unmittelbar die Geburt unserer ersten Enkeltochter Tia mit erleben. Seit 2003 leben sie im Großraum San Francisco. Die Partnerschaft und Ehe zwischen Tini und Tom war nicht von Dauer, 2008 wurden sie geschieden. Auch im Jahre 2008 promovierte Tini an der University of California in Berkeley und auch bei der Promotionsfeier konnten wir dabei sein. Ab Herbst 2009 unterrichtete sie Studenten als Assistent Professor an der California State University in Sacramento und seit 2015 lehrt sie an der UC Davis. Tia lernt inzwischen auch fleißig in der Schule und wir konnten es meistens so einrichten, dass wir uns mindestens einmal im Jahr, oft auch häufiger, gesehen haben.

Mit der Wende 1990 mussten wir die Lebensgrundlage der Familie - die Arbeit - auf eine neue Grundlage stellen und ich, Peter hatte das Glück auf die Chance einer Anstellung ab September 1990 bei der Fraunhofer-Gesellschaft in München (Zentrale). Dieses Glück konnte ich nutzen und Ende 1991 zog unsere Familie nach München um. Gabi fand auch schnell wieder eine gute Arbeit in ihrem Beruf. Seitdem leben wir in München, bzw. seit 1999 in einer netten Eigentumswohnung (die uns inzwischen vollständig gehört) in einem Vorort im Nordwesten von München, Deutschlands “Hauptstadt der Singles” oder wie manche auch sagen der “nördlichsten Großstadt des Südens”. Sowohl die Stadt als auch ihre Umgebung haben viel zu bieten und gefallen uns gut. Berlin als inzwischen schrille Riesenstadt mit vielen Gegensätzen aber auch mit vielem Liebenswertem bleibt mit seiner märkischen Umgebung in unseren Herzen aber unsere Heimat. Einen Teil unserer Freizeit verbringen wir immer noch gern dort, vor allem in Peters Heimatstädtchen im Norden Berlins. Dort hatten Peters Eltern ein schönes Grundstück, welches uns inzwischen zur Hälfte selbst gehört, aber inzwischen stehen wir beide - wie man so sagt - "in der ersten Reihe", wenn man an das Lebensende denkt. Wir nutzen dieses Grundstück mit Ferienhaus/Bungalow im Sommer immer noch sehr gern, einen Teil mit dem ehemaligen Elternhaus haben wir inzwischen vermietet.

Wir konnten - wie schon angedeutet - bereits die ersten Erfahrungen eines Lebens im Ruhestahd genießen, befinden uns also durchaus in einem fortgeschrittenen Alter. Das brachte es mit sich, dass wir uns von unseren Eltern schon verabschieden mussten, von Gabis Vati im Alter von 83 Jahren (1999), Peters Vati verstarb im Alter von 90 Jahren (2005), Gabis Mutti im Alter von 85 Jahren (2008) und das Leben von Peters Mutti endete im April 2013 nach gut 92 Jahren. Sie haben alle 4 ein erfülltes Leben gelebt und wir denken gern in Dankbarkeit an sie und das viele Gute, was sie an uns weiter gegeben haben.

Wir lieben die aktive Erholung in der Natur, die uns durchaus auch relativ anspruchsvoll fordern darf (allerdings nicht mehr allzu extrem!) und gehen sehr gern, sowohl im Sommer (Bergwandern), als auch im Winter (mehr Langlauf als Abfahrt), in die Berge. Wir sind Mitglieder im Alpenverein und haben nicht nur die Münchener Hausberge schon "abgehakt". Gern sitzen wir bei schönem Wetter in den Münchener Biergärten und der Umgebung und lassen die Seele baumeln. Wir sind nicht ganz unsportlich (Schwimmen, Laufen, Radfahren, Sauna) und Reisen gern, haben vielseitige Interessen für fast alles Aktive, Schöne und Interessante und deshalb immer viel zu wenig Zeit für alles, was uns interessiert. - Wir können inzwischend en Spruch: "Rentner haben niemals Zeit" gut interpretieren.

Wir verstehen nur eine Lebenspartnerschaft durchaus als interessante, abwechslungsreiche, anspruchsvolle und spannende Aufgabe. Wir bewegen uns langsam auf die goldene Hochzeit zu und unsere Kinder, Familie und Geselligkeit mit Freunden sind uns wichtige Lebensinhalte und nicht nur traditionelle Werte.

Hiermit belassen wir es dabei, diesen Beitrag zu aktualisieren, wer wissen will, wie es mit uns weiter ging, der sei auf die Blog-Beiträge Aktuelles über uns, links im Menü verwiesen.

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