Zu meinem 65. Geburtstag habe ich u.A. dieses Buch von F.C. Delius geschenkt bekommen und da es mich vom Titel her am meisten interessierte, habe ich es als erstes mit großem Vergnügen gelesen und kann es nur weiter empfehlen. Es ist einfach ein sehr schönes, intellektuelles Vergnügen und ich hatte mir auch die Freude nicht dadurch verdorben, das kurze Nachwort vom Autor schon vorweg zu lesen.

Im Buch geht es um einen sehr interessanten, spannenden, auch sehr widersprüchlichen, eben sehr menschlichen und teilweise auch sehr ironischen Lebensbericht von Konrad Zuse, mehr möchte ich nicht verraten, sondern nur anregen, sich das Lesevergnügen einfach selbst zu gönnen. Dabei hat zu diesem Lesevergnügen sicherlich auch etwas bei getragen, dass die Mathematik und die Informatik bei mir sehr positiv besetzte Themen sind. Ob sich dieses Lesevergnügen auch gleichermaßen bei jemand einstellt, bei dem die Mathematik nicht so positiv belegt ist? Wie dem auch sei, wer das Buch mit einer gewissen Ruhe liest, dem kann ich einige sehr vergnügliche Lesestunden versprechen, vielleicht auch gerade deshalb, weil das Eine oder Andere zum Widerspruch reizt.

Eine kleine Stelle aus dem Buch möchte ich noch zitieren, weil sie mir so sehr aus dem Herzen gesprochen ist: "... Das ist das beste an Mathematikern, wir sind keine Rechthaber, wir können gar keine sein. Bei uns gilt Beweis ist Beweis. Und wer sich an falsche Aussagen klammert, macht sich nur lächerlich. Deshalb ist unsere Zunft ziemlich frei von allem unnötigen Streit und Geprotze, deshalb sind wir einigermaßen glückliche Leute..." Dabei weise ich darauf hin, bitte das kleine Wörtchen "ziemlich" nicht zu überlesen.