In diesem Jahr ist hier nur eine Tour 2002fest gehalten, dafür ist dieser Text aber recht umfangreich.

Das Jahr ist durch wenige Bergtouren in den Alpen gekennzeichnet. Im Frühsommer waren wir in Bozeman - Montana - USA. Hier begrüßten wir unser erstes Enkelkind Tia Böttger und machten wunderschöne Touren. Nur einige wenige Stichworte: Yellowstone, Grand Tetons, Bryce Canyon, Zion, Grand Canyon, Arches Nationalpark. Wieder zurück in Deutschland begrüßten wir unsere 2. Enkeltochter, Kira Kiesel in Rostock-Warnemünde. Es gab auch noch anderes, was uns davon abhielt, in die Berge zu fahren und hier weitere Fotos an zu bieten.  

In diesem Jahr ging es - mit einem kleinen Abstecher nach Italien - hauptsächlich in die Schweiz, ins Unterengadin. Die Planung und Organisation übernahm, wie schon in den letzten Jahren, Martin und es klappte alles perfekt. Dafür unser ganz herzlicher Dank. Neben der Schönheit der Natur bot uns unser Aufenthalt in Crush Alba auch noch eine tolle Essensqualität und eine Kultureinlage, so dass wir ein paar sehr entspannte Tage in der großartigen Bergwelt der Alpen geniessen konnten und es wird uns schwer fallen, diese Tour noch zu übertreffen. Ein herzlicher Dank auch wieder an Elfie, von der die meisten Fotos stammen.  

Unser Team war dieses Jahr ein Sextett: Gerda, Elfie, Gabi G. und Gabi, sowie Martin und ich. Wir hatten nach einem ziemlich feuchten Sommer mit viel Hochwasser wieder eine ausgesprochene Schönwettertour, wodurch auch die etwas schwierigeren Stellen unserer Tour nur etwas mehr Mühe kosteten, aber letztendlich ein Vergnügen blieben.  

Donnerstag, 15. August  

Wir hatten uns mit dem Beginn unserer Ferragosto-Tour auf ca. 7:00 Uhr geeinigt und nahmen Gabi G. mit, die bereits mit der U-Bahn nach Fürstenried-West gefahren war. Wie schon in den früheren Jahren fuhren wir getrennt über Garmisch - Lermoos - Fernpass - Imst - Landeck nach Schuls (Scuol). Unser Timing mit Elfie, Gerda und Martin war perfekt, wir trafen uns bereits kurz vor unserem Ziel bei einem kleinen Zwischenstopp. Am Ortseingang von Sur En im Restaurant "Sper la Punt" beim Campingplatz, den wir über eine sehr schöne Holzbrücke erreichten, nahmen wir eine kleine Brotzeit zur Stärkung ein. Dann ging es zielgerichtet zu unserem Startpunkt San Jon (ca. 1.420 m). Vorher hatten wir uns noch geeinigt, die Autos zwar getrennt zu parken, aber nicht so weit getrennt voneinander, wie ursprünglich geplant (hinterher stellte sich - wie so oft im Leben - heraus, dass die erste Idee doch die bessere gewesen wäre).  

Den Aufstieg mit vollem Gepäck zur Lischana-Hütte (ca. 2.500 m) bewältigen wir besser als gedacht. Bald hatten wir die Baumgrenze hinter uns gelassen und vor uns lag wieder die hochalpine Bergwelt mit ihrer schroffen Schönheit in der "die Freiheit grenzenlos" scheint und die wir so mögen. Besonders in Erinnerung gebleiben ist mir, dass wir lange Zeit nicht das Tagesziel sahen, sondern immer nur das Ende eines Aufstieges, hinter dem dann das Ende des nächsten Aufstieges sichtbar wurde. Da wir in diesem Jahr etwas weniger trainiert waren als sonst, hatten wir vorher etwas Bedenken mit unserer Kondition, dies erwies sich aber als unbegründet. Mit gutem Abendbrot und Frühstück in einer kleinen, heimeligen Hütte stärkten wir uns für den nächsten Tag. Sehr idyllisch war auch die "offene" Waschgelegenheit.  

Freitag, 16. August  Zum Seitenanfang

Der Morgen gehörte dem Aufstieg zum Sattel unterm Südostgrat (2.940 m) des Piz Lischana, der sich uns als ziemlich weitläufige, aber stark strukturierte Hochebene präsentierte und den Blick auf das umliegenden Alpenpanorama frei gab. Nach einer kurzen Rast ging es dann zu viert über einen Gratweg, einen kleinen Schneeflecken und teilweise ziemlich losem Gestein weiter zum Gipfel des Piz Lischana (3.105 m). Bei schlechtem Wetter wäre dieser Weg deutlich schwieriger gewesen. Nachdem wir die Gipfelsicht ausgiebig genossen, uns gestärkt und wieder erholt hatten, ging es zurück zum Sattel, wo sich unsere Gruppe wieder vereinte und danach hinunter zur Alpe Surass (2.157 m) und über den Schlinigpass (2.309 m) zur Sesvenna-Hütte (2.256 m) auf der italienischen Seite. Es war ein sehr abwechslungsreicher Tag mit wunderschönen Sommerwiesen, schroffen, hochalpinen Bergen und einem kleinen Abstecher zur Uina-Schlucht, die wir uns allerdings nur von oben anschauten. Verglichen mit der kleinen Lischana-Hütte war die Sesvenna-Hütte riesig und komfortabel. Das Abendbrot war wohlschmeckend und sehr reichlich und es war viel Betrieb, weil die Hütte das Ziel vieler Mountain-Biker, vor allem aus Italien, war.

Samstag, 17. August  

Am Samstag Morgen ging es knapp 600 Höhenmeter fast immer bergan zur Fuorcla Sesvenna (2.819 m), wiederum in einer sehr schönen Landschaft, mit dem imponierenden Blick auf den Sesvenna Gletscher. Besonders in Erinnerung blieben mir auch die klaren Bergseen mit ihren Naturspiegeln. Kurz bevor wir den Sattel erreichten nahmen wir doch noch ein kurzes Bad, so in ca. 2.750 m Höhe in eiskaltem Wasser. Dieser kurze Kältereiz an einem schönen Sommertag ist immer eine ganz besondere Erfrischung. Am liebsten hätten wir einen Abstecher zum Piz Sesvenna (3.205 m) gemacht, aber wir hätten über den Gletscher mit ziemlich steilem Weg gemusst und da hat Martin richtig entschieden, dass wir dafür nicht gut genug gerüstet seien. So hatten wir nur lange sehnsüchtig den Gletscher im Blick, stiegen aber über einen schönen Gratweg zum Piz Rims (3.050 m), auf dem wir eine kurze Gipfelrast machten. Über einen langen Abstieg, vorbei an der Alpe Sesvenna (2.098 m) bei der wir nochmals eine kleine Pause einlegten und ich nicht umhin konnte, den Almkäse zu probieren, kamen wir zum Sommerdorf S-Charl (1.810 m), wo wir gleich von einer Hochzeitsgesellschaft "begrüßt" wurden. Nach einer kurzen Erfrischung bereiteten wir im Gasthof "Crusch Alba" im Touristenlager unser Nachtquartier vor und aßen sehr gut zum Abendbrot. Wenn ich die Sesvenna-Hütte schon als komfortabel bezeichnet habe, bleibt für "Crusch Alba" nur noch der Begriff "luxuriös". Als Tagesausklang besuchten wir dann noch einen Liederabend am Lagerfeuer. Es war ein besonderer Abend mit vielen bekannten Liedern aus dem italienischen, französischen und deutschen Liedgut und auch manchem Schlager aus früheren Jahren, sowie uns unbekannten Liedern in räteromanischer Sprache, ein einfach perfekter Tag.  

Sonntag, 18. August   

Da wir uns für den langen Abstieg entschieden hatten, der mit einem Aufstieg über den Pass Sur Il Foss (2.317 m) begann, fuhren wir das erste kurze Stück mit dem Postbus. Mit mehreren Rasten, bei denen wir wunderschöne Blicke auf die umliegende Bergwelt geniessen konnten, bei der letzten schon mit Blick auf das Schloss Tarasp, ging es durch das Val Plavna zurück nach Schuls. Zu einer Schlossbesichtigung hat die Zeit nicht mehr gereicht, aber wir können sie im "Informationszeitalter" ja per Internet nachholen.  

Ausgeklungen sind die schönen Tage wieder mit einem guten Abschiedsessen, zu einem Bad hat die Zeit nicht mehr gereicht. Wir sind auch so schon ziemlich spät am Sonntag Abend in München, bzw. in Olching angekommen und waren froh, dass wir den Arbeitsalltag für ein paar Tage vergessen hatten.

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