Bayern ist ja bekanntlich das Bundesland in Deutschland mit den meisten Feiertagen. Nicht wenige Naturfreunde verbringen die letzten Tage im Oktober, bzw. die ersten Tage im November (um Allerheiligen) in Südtirol, meist bei schönem Wetter, um das Bergjahr locker, mit guten Speisen und Getränken, vornehmlich dem jungen Wein, ausklingen zu lassen. toerggelenDafür steht der Begriff Törggelen. Nicht jedes Mal klappt es, aber seit wir im Münchener Raum leben, war es unser 3. Törggelen. Wie meist bei solchen Gelegenheiten hatte Martin wieder perfekt bei Familie Runer im Altmeitinger Hof für das Quartier gesorgt, in diesem Jahr waren wir gemeinsam mit Gerda und Martin, Elfi und Helmut, Brigitta und Max und Gerti unterwegs. Elfi gilt wieder der Dank für die schönen Fotos.  

Donnerstag, 1. November  

Schon kurz vor 6:00 Uhr sind wir auf gestanden, um 7:50 Uhr waren wir bei Gerda und Martin. Bei "Kaiser"wetter ging es los über die Autobahn und wir hatten keinerlei Stau. Über Kufstein, Innsbruck, Brenner, Sterzing fuhren wir zum Penser Joch (2.211 m). Hier wehte uns ein kräftiger Wind ins Gesicht. Ehe es zur Tour ging, wurde noch im Berggasthof "Alpenrose" ein Cappucino getrunken. Aber bereits am Penser Joch hatten wir bei strahlendem Sonnenschein eine grandiose Aussicht. Über den Höhenweg gingen wir zum Weißhorn (2.705 m), ein sehr schöner, auf dem letzten Stück etwas schwieriger Weg, bei dem wir ein kurzes, stark verharschtes Schneefeld queren mussten. Auf dem Gipfel war es wieder toll, kurzzeitig auch fast windstill. Bei blitzeblauem Himmel und Sonnenschein erfreuten wir uns an der weiten Rundumsicht auf die alpine Bergwelt. Insgesamt war es aber ziemlich windig. Auf dem Rückweg kamen wir an einem kleinen Badesee vorbei, er lud uns aber nicht ein. Nach der Rückkehr gönnten wir uns nochmals eine kurze Einkehr, dann ging es über viele Serpentinen und durch viele Tunnel hinunter über Bozen nach Terlan. Am Penser Joch hatten wir - 2 Grad Celsius Aussentemperatur, in Bozen 16 Grad.  

Am Abend konnte dann jeder seine eigenen Gedanken schweifen lassen, angeregt vom durch zahllose Grablichter illuminierten Friedhof in Terlan, der sich traditionsgemäß noch um die Kirche herum erstreckt. 

Ausgeklungen ist der Abend beim "Gartl", wo es eine sehr gute Pizza gab.  

Freitag, 2. November  

Nach einem guten und reichlichen Frühstück fuhren wir gegen 9:30 Uhr mit dem Auto nach Hafling (ca. 1.300 m), dem Ort, welcher den berühmten Haflinger Pferden den Namen gab. Auf einem großen Parkplatz konnten wir erkennen, dass mit uns schon viele Leute unterwegs waren. Von hier ging es auf einem fast schon zu sagen gemütlichen und sehr schönen Rundweg über 3 Einkehralmen, die Wurzer (1.709 m), die Vöraner (1.875 m) und die Leadner Alm (1.515 m). In jeder machten wir eine kleine Rast und verzehrten auch eine Kleinigkeit. Eine richtige Törggele -Tour! Zurück ging es wieder über viele Serpentinen, einmal sogar einen Abstieg um die 20 % hinunter. Abends hatten wir beschlossen, sehr gut essen zu gehen, beim "Waldinger". Es ging eigentlich sehr gut los, Helmut erinnerte sich an eine sehr gute Weinsuppe und diese bekamen wir dann auch, obwohl sie nicht auf der Karte stand. Gabi, du hast ein sehr gutes Schweinefilet gegessen, ich Entenbrust. Zum Dessert probierte ich ein Erdbeer-Trauben-Parfait, einfach Spitze. Als "Absacker" gab es dann einen Dessertwein - Fragola aus Friaul, der ganz markant nach Erdbeeren schmeckte, obwohl keine drin sind. Ich habe eine Flasche mitgenommen, mal sehen ob sie uns zu Hause auch so gut schmeckt (wahrscheinlich nicht). So ist dieser schöne Tag für jeden von uns noch mit besonderen Gaumenfreuden ausgeklungen. Nur mit der Bedienung waren wir an diesem Abend beim "Waldinger" nicht so zufrieden, wie mit dem sehr guten Essen

Samstag, 3. November  Zum Seitenanfang

Wieder nach einem guten Frühstück hatten wir uns vorgenommen, diesen Tag auf "Abwegen" zu verbringen. Angelika und Hans-Jürgen erlebten mit ihrem Enkel Lukas auch ein paar Tage in unmittelbarer Nähe und so genossen wir einen Tag gemeinsam mit ihnen. Ehe es los ging, haben wir noch mit Hans-Jürgen in der Cantina ein bisschen Wein gekostet und gekauft. Dann fuhren wir an Meran vorbei nach Tschars und haben von dort eine sehr schöne Waal-Wanderung (altes, noch intaktes Bewässerungssystem) zum Schloss Juval, gemacht. Zwischendurch konnten wir nicht wiederstehen und haben ein paar selbst geerntete Eßkastanien probiert. Das Schloss wurde 1983 von Reinhold Messner gekauft, sehr schön in Ordnung gebracht und wird jetzt als Museum vermarktet. Bei einer Führung durch das Museum umwehte uns ein bisschen der Geist von Reinhold Messner. Sehr interessant waren der Altar der Weltreligionen (wo friedlich vereint viele Symbole der verschiedenen Relegionen gemeinsam einen Altar bilden), der Keller, wo der Boden direkt die natürliche Felsoberfläche ist, ein sehr geschmackvoll gestaltetes Arbeitszimmer und die technische Lösung, wie aus einer Ruine mit moderner Dachverglasung eine angenehme und ungewöhnliche Begegnungstätte entstanden ist. Zurück in Terlan verabschiedeten wir uns von Angelika, Hans-Jürgen und Lukas mit schönen Eindrücken von diesem geruhsamen und erholsamen Tag. Am Abend nahmen wir dann wieder in der vertrauten Runde gleich um die Ecke von unserem Quartier gemeinsam unser Abendessen ein und tauschten unsere Tageserlebnisse aus.  

Der Rest der Gruppe hatte eine Wanderung von Klobenstein zu den Erdpyramiden und weiter nach Maria Saal und Bad Süß mit anschließendem Stadtbummel in Bozen unternommen.  

Sonntag, 4. November  

Leider gingen die unbeschwerten Tage viel zu schnell vorbei, schon wieder war der letzte Tag erreicht. Wir gingen den Tag wieder geruhsam mit einem gemütlichen Frühstück gegen 8:30 Uhr an. Da wir an allen Tagen Traumwetter hatten, beschlossen wir, spät zurück zu fahren, um eventuellem Stau zu entgehen. Nach einiger Diskussion um alternative Varianten bestiegen wir den Gitsch (2.508 m) bei Meran am Eingang des Pustertals (dort gibt es sogar schon eine Web-Camera - eine der neueren Folgeerfindungen des Internet). Auch hier lohnte sich der Aufstieg, wir hatten wieder eine fantastische Rundumsicht, sehr angenehmes Wetter, es war ungewöhnlich warm, ich ging fast die ganze Zeit in kurzen Hosen. Als besonderer Service war auf dem Gipfel ein Fernglas zur kostenfreien Benutzung installiert, was man nicht allzu oft findet. Wir genossen eine ausgiebige Rast und konnten uns an dem traumhaften Bergpanorama kaum satt sehen. Als wir uns auf den Rückweg machten, wurden wir etwas wehmütig, das sehr schöne Törggelen 2001 ging damit seinem Ende zu. Wie immer bei solchen Gelegenheiten wollten wir es gemeinsam mit einem Essen ausklingen lassen. Zuerst war es noch zu früh, weil die Wirtshäuser Abendessen erst später anboten, dann hat es mit der Gemeinsamkeit nicht mehr geklappt. So aßen wir noch kurz vor der Grenze in Italien nur zu viert mit Gerda und Martin und ließen die schönen Impressionen nochmals Revue passieren.  

Es war unser letzter Italienbesuch, bei dem wir Lira tauschen mussten, zum 1. Januar kam der €.

Zum Seitenanfang