Es waren wieder ferragostowunderschöne 5 Tage in den Bergen, die hervorragend von Martin vorbereitet und von Elfi digital-fotografisch begleitet wurden. Sie hat 80 Bilder "geschossen". So mussten wir uns bei der Auswahl auf ein paar wenige beschränken. Wir hatten durchweg traumhaftes Bergwetter. Der Gipfel der Tour war der Habicht mit seinen 3.277 m.  

Samstag, 11. August  

Am ersten Tag ging es bis zur Innsbrucker Hütte (2.369 m). Nachdem wir uns in Gschnitz noch im Gasthaus Feuerstein für den Aufstieg gestärkt und einen kleinen Abstecher zum schönen und imponierenden Wasserfall gemacht hatten, der uns mit seiner Gischt leicht befeuchtete, ließen wir unser Gepäck beim Materiallift stehen und der Anstieg war unbeschwert (im doppelten Sinne). Wir, das waren Elfi, Gerda und Martin, Gabi G., Wolfgang und Gabi und ich, also insgesamt 7.  

Nachdem wie die Baumgrenze hinter uns gelassen hatten, ging es im Zickzack steil in die Höhe und obwohl die Hütte schon zum Greifen vor uns lag, konnten wir den Weg oft nur erahnen und mussten einen kleinen Umweg über das Pinnisjoch machen. Das Tagesziel erreicht, hatten wir genügend Zeit, die hochalpine Umgebung zu genießen, in die es uns seit vielen Jahren um Ferragosto zieht. Vor allem der Blick auf die im Süden aufragenden Tribulaune hatte es uns angetan.  

Auf der Hütte hatten wir 2 4-Bett-Zimmer und den für Berghütten ungewöhnlichen Luxus einer warmen Dusche. Die Wirtsleute waren nett und die ganze Familie zog an einem Strang. Wir verbrachten 2 Nächte hier. Obwohl wir um 6:00 Uhr auf standen, leisteten wir uns den Luxus, in der späten Nacht, mehr schon dem Morgen zu, eine besondere Stern-Konstellation anzusehen, Venus, Jupiter und Saturn standen mit dem Mond noch am dunklen Osthimmel alle 4 in einer Reihe.  

Sonntag, 12. August  

Auf den mächtigen und imponierenden Gipfel des Habicht gingen wir am 2. Tag. Er war für Gabi und mich der bisher höchste Gipfel. Da wir noch früh am Tag unterwegs waren, bekamen wir auch das nicht ganz alltägliche Naturschauspiel Schneerosen zu sehen. Der Aufstieg selbst war anstrengend, aber trotz einiger Seilsicherungen nicht schwierig. Über den kleinen Habichtferner brauchten wir unsere Grödeln. Auf dem einzigen Gipfel mit Kreuz auf dieser Tour genossen wir die tolle Rundumsicht. Wir hatten mit Wind und einem gewissen Temperaturabfall gerechnet, aber es war fast windstill und die Sonne erwärmte die Luft schnell. Mit uns hatten viele Bergfreunde dieses Ziel gewählt. Schließlich meisterten wir auch noch das ziemlich grobe Blockwerk. Den Abstecher zum kleinen Bergsee machten wir nicht mehr, es war schon zu kalt geworden. So war dieser Tag durchaus anspruchsvoll. Als wir wieder die Hütte erreicht hatten, waren wir froh, dies geleistet zu haben. Nur Zweien von uns war es noch nicht genug. Martin und Gabi mussten doch noch auf einen kleinen “Muckel” zu einem Abendspaziergang auf die Kalkwand (2.564 m) über steile Schotterfelder und Klettersteigeinlagen.  

Montag, 13. August  

Anders gefordert waren wir beim Übergang zur Bremer Hütte (2.413 m). Sie liegt zwar keine 100 m höher als die Innsbrucker und so könnte man auf die Idee kommen, vor uns läge ein hochalpiner Spaziergang. Es war aber nicht so, sondern ging auf und ab und wenn wir dabei auch keinen markanten Gipfel bestiegen, so hatten wir doch am Tagesziel wieder viele Höhenmeter bewältigt, einige auch mit Sicherungen, wunderschönen Wasserfällen und wir hatten unser volles Gepäck dabei. Zum Schluss gab es 2 Varianten, eine mit kleinem Abstieg durchs Tal und Wiederaufstieg, die andere mit Badesee und kurzem Klettersteig.Zum Seitenanfang

Gerda, Gabi, Martin und ich wählten die Letztere. Der Lauterer See in ca. 2.400 m Höhe war fast eisig kalt und wir tauchten nur kurz in das traumhaft klaren Bergwasser ein. Die Kälte war eine herrliche Erfrischung und der Kältereiz ließ die Haut prickeln. Der Klettersteig erforderte etwas Kraft, war aber nicht schwierig, wobei dies nur für die tollen Wetterbedingungen gilt. Bei Nässe hätte es anders ausgesehen. So war es eine großartige Höhenwanderung.  

Die Bremer Hütte ist eine kleine Hütte und befindet sich in exponierter Lage. Sie war von den 3 Hütten dieser Tour die schönste, nicht mehr ganz taufrisch, vor der Hütte ein kleiner Gebirgssee mit Wollgraswiese und ringsum die schroffe Bergwelt mit vielen Schneefeldern, die bis an die Hütte reichten. Obwohl wir einen schönen Sommer und August hatten, lag in den Bergen noch erstaunlich viel Schnee.  

Dienstag, 14. August  

Ähnlich auf und ab, wie am Vortag, ging es auch beim Übergang zur Tribulaun- Hütte (2.064 m) über den Bremer Jubiläumssteig, der 1986 angelegt wurde und auf älteren Karten noch gar nicht verzeichnet ist. Er ist nicht so stark begangen, wie manch andere Wege in dieser Gegend. Es ging ca. 300 m hinab bis wir den Abfluss des Simmingferners überquerten. Über Gletscherschliffe leicht aufwärts ging es bald wieder hinab, teils weglos. Felsen waren teils an schlechten und losen Seilsicherungen zu überwinden. Weiter ging es hinab zum Abfluss des Padreil- Ferners, mit 1.950 m der tiefste Punkt des Tages. Wir hatten das Gefühl direkt in die Wildnis geraten zu sein, teilweise war kaum noch eine Wegmarkierung erkennbar und die starke Vegetation verdeckte uns die Sicht auf unsere Schritte. Nun ging es - anfangs leichter, dann über Schotter, Gras und Blockwerk und mehrere Schneefelder bis zum Joch unterhalb des Sandesjöchels - nur noch bergan. Hier sahen wir erstmals unser Tagesziel und machten eine kurze Rast. Vorher hatten wir den kleinen Aufstieg über steiles Blockwerk zur Pflerscher Scharte (2.550 m) mit genommen. Toll war der Blick nach Italien zur italienischen Tribulaun-Hütte und zum Sandessee (2.368 m). Der Abstieg über viele Schotter- und Schneefelder unter den Nordwänden der Tribulaune zog sich länger hin, als vermutet, das letzte Schneefeld war steil und etwas gefährlich. Wir merkten es aber erst, als wir mittendrin waren und waren auch schnell wieder draußen. Die Hütte mit ihrem kleinen Wasserkraftwerk zur Stromversorgung war schön ruhig.  

Mittwoch, 15. August  

Viel zu schnell waren die schönen Tage vergangen, an Abstieg und Heimfahrt war schon zu denken. Gestern Abend hatten wir noch über einen möglichen Aufstieg auf den Gschnitzer Tribulaun (2.946 m) und die Garklerin (2.470 m) diskutiert, uns aber entschlossen, nur eine kleine Tour bis unterhalb des Kreuzjöchls (2.651 m) zu machen. Gabi. G. und Wolfgang hatten entschieden, bereits unmittelbar nach dem Frühstück den Abstieg zu unternehmen und sich auf Heimfahrt zu begeben. Auf der Höhe erlebten wir nochmals die schöne Hochgebirgslandschaft, durchsetzt mit Almwiesen und einer Ziegenherde direkt auf dem Grat. Nach kurzen Zwischenstop in unserer Hütte ging es ins Tal. Je tiefer wir kamen, je wärmer wurde es und unten schwitzten wir, denn es war hochsommerlich. Gabi nahm noch ein Bad im Wasserfallauslauf und dann waren wir auch schon auf der Heimfahrt. Eine Badepause legten wir in Thiersee bei Kufstein ein und zum Tourausklang fuhren wir über Schliersee und genossen beim Essen den schönen Blick über den See.  

Eine wunderschöne Bergtour ging zu Ende und wir werden sehr gern daran denken und noch manches Mal schwärmend davon erzählen.

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